|
„Eine-Welt-Café“ in der Kleinen Kirche
Am Sonntag, den 28. Januar 2007, wurde nach dem Gottesdienst in der Kleinen Kirche das „Eine-Welt-Café“ eröffnet.
Nachdem an den verkaufsoffenen Sonntagen seit Herbst 2005 das Angebot von Kaffee, Tee sowie von Waren aus gerechtem Welthandel gut angenommen wurde – und
die Kleine Kirche überhaupt als „Ruhepunkt“ im Einkaufstrubel entdeckt – wurde, hat sich eine Gruppe gebildet, die das Café nun zweimal in der Woche zu festen Zeiten öffnet.
Einmal soll es jeden Sonntag in der Winterzeit nach dem Gottesdienst die Möglichkeit bieten, sich noch gemütlich bei Kaffee oder Tee aus fairem Handel
zusammenzusetzen. Außerdem öffnet das „Eine-Welt-Café“ jeden Donnerstag von 15 bis 18 Uhr – nicht nur zu Kaffee und Tee, sondern auch zum Verkauf von „Eine-Welt-Produkten“.
Mit dem Verkauf dieser Waren sollen für die Produzenten in den armen Ländern des Südens faire Preise garantiert werden – unser bescheidener Beitrag zu einem
gerechten Welthandel!
Schon einmal gab es in unserer Gemeinde derartige Bemühungen: In den 1980er und 1990er Jahren unterhielten wir einen sog. „Dritte-Welt-Laden“, zunächst im ehem. Schwesternhaus, später im Keller des Gemeindehauses. An besonderen Sonntagen in der Fasten- oder
Adventszeit oder an ökumenischen Erntedankfesten und an Buß- und Bettagen wurden Kaffee, Tee und andere Produkte aus der sog. „Dritten Welt“ verkauft.
Die Bezeichnung „Dritte-Welt-Laden“ stammt noch aus einer Zeit, in der die Welt unterteilt wurde in die „Erste Welt“ (die reichen Länder auf der
nördlichen Halbkugel: Europa, USA, Kanada und Australien …) und die armen Länder des unterentwickelten Südens (Afrika, Südamerika …). Dazwischen gab es die sog. „Schwellenländer“ wie die damalige
UdSSR, China usw.
Mittlerweile haben wir die Globalisierung, EU-Erweiterung und ihre Ergebnisse: China und die osteuropäischen Länder haben aufgeholt, es gibt nach wie vor arme
Länder im Süden – aber es gibt mittlerweile auch millionenfache Arbeitslosigkeit und Armut in den ehemals stürmisch prosperierenden Industrieländern des Nordens. Der Riss geht heute weniger zwischen „Nord-„
und „Südhalbkugel“, sondern mitten durch die Gesellschaften. Darauf deutet auch die Änderung des Namens von „Dritte-Welt-Initative“ in „Eine-Welt-Laden“.
Neben der Unterstützung der Menschen in armen Ländern unserer Welt, die mit der Betreibung dieses Ladens im Mittelpunkt steht, soll der Laden aber auch einen
Treffpunkt für Besucher bieten, die einen Ruhepunkt oder eine Gelegenheit suchen, sich mit anderen Menschen zu treffen und bei einer Tasse Kaffee oder Tee zu unterhalten. Interessant ist das Angebot sicher auch für
kleinere Gruppen, die einen Raum mit bis zu 16 Sitzplätzen benötigen, um sich in gemütlicher Atmosphäre zu treffen. Zurzeit suchen wir noch weitere Unterstützung durch Interessierte, die sich vorstellen können, an
diesem Projekt mitzuarbeiten. Wer sich näher über dieses Projekt informieren möchte, kann sich an Frau Rosenthal, Tel. 7688, oder Pfr. Arndt, Tel. 7179, wenden.
5. Februar 2007
|